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Die Preisträger 1999
Den DEUTSCHEN KLEINKUNSTPREIS 1999
in der Sparte Kabarett erhält

Horst Schroth

Damit zeichnet die Jury einen Künstler aus, der die Befindlichkeit des deutschen Mannes vor der Jahrtausendwende vorführt. In drei ebenso scharfsinnigen wie komischen Soloprogrammen spielt er den Lehrer ("Null Fehler"), einen Pharmavertreter ("Scharf auf Harakiri") und seit kurzem einen Schönheitschirurgen ("Herrenabend"). Schroth ist ein ausgezeichneter Schauspieler, der seine Figuren brillant zwischen Fassade und Wirklichkeit plaziert. Seine Analyse ist zum Schreien komisch, aber seine Komik ist niemals auf dem Niveau von Herrenwitzen. Wenn Schroths Programm "absurdes Theater der neuen Mitte" ist, wie der "Spiegel" schreibt, dann kommt dem Kabarettisten das Verdienst zu, dem Begriff der "Neuen Mitte" endlich einen - wenn auch unerwarteten - Sinn zu geben.


Den DEUTSCHEN KLEINKUNSTPREIS 1999
in der Sparte Chanson / Lied erhalten

Pigor und Eichhorn

Damit zeichnet die Jury ein Duo aus, das dem Großstadtlied des ausgehenden Jahrtausends in Text und Musik den Weg weist. Ihre Songs eröffnen mit unerhörter Leichtigkeit der deutschen Sprache den Reigen der gemischten Gefühle. Auf jeden Ton abgestimmt erzählen sie in spannenden Kurzgeschichten ü ber ihre drei Lieblingsthemen: Den Frauen, der Liebe und den Frauen. Thomas Pigor markiert den zynischen Macho, gegen den Benedikt Eichhorn mit Grandezza verliert - und dies alles in kongenialem Zusammenspiel.


Den DEUTSCHEN KLEINKUNSTPREIS 1999
in der Sparte Kleinkunst erhält

Erwin Grosche

Damit zeichnet die Jury einen Künstler aus, der - nachdem er bereits 1985 den Förderpreis der Stadt Mainz erhielt - durch handwerkliche Perfektion und inhaltliche Konsequenz Qualität gegen die Quote behauptet. In seinen unverwechselbaren Programmen hat er in versponnenen Geschichten voller Poesie Absurdität als Alltag entlarvt und dagegen stets Fantasie als einzig mögliches Überlebensprogramm gestellt.


Den Förderpreis der Stadt Mainz
zum DEUTSCHEN KLEINKUNSTPREIS 1999 erhält

Tina Teubner

eine singende Autorin, eine schauspielernde Sängerin. Tina feiert Silvester, immer wenn sie gerade Lust dazu hat: Zeit zur Rückschau auf ein Leben, ein Frauenleben unserer Gegenwart. In ihren Liedern liefert sie amüsant-ironische Betrachtungen über Familien- und Liebesbeziehungen und schildert die (Auf-)Lösung der daraus resultierenden Probleme.


Der Förderpreis der Stadt Mainz
zum DEUTSCHEN KLEINKUNSTPREIS 1999
wurde erstmals in einem anderen Rahmen verliehen: Die Jury hat vier Künstler oder Gruppen ausgezeichnet, die am 19. Februar in einer Endausscheidung im unterhaus aufeinander trafen. Aus diesen Vieren wurde dann der Preisträger des Förderpreises 1999 gekürt (Tina Teubner).

Zusätzlich zu Tina Teubner wurden mit dem Kleinkunst-Cup 1999 ausgezeichnet:

Altinger & Band: Die Einsichten in die Aussichten unserer Gesellschaft führen bei Altinger & Band (das sind Frontmann Michael Altinger und Martin Julius Faber als "Band") geradewegs zur selbstironischen Innenbesichtigung. Ein bayerischer Losertyp verliert mit Charme und Trotz, kann so grob wie zart sein - und ist letztlich der Gewinner in einer Welt, die sich selbst belügt. Altinger & Band treiben uns das Lügen aus, sie denken quer, grübeln und fühlen teuflisch genau nach: Eine Nabelschau, die Wunden zeigt, aber dabei Lust auf Leben macht.

Das Kabarett-Theater
Sanftwut repräsentiert politisch-satirisches Ensemble-Kabarett im besten klassischen Sinn. Locker und gewandt bedienen die vier Seiteneinsteiger dabei die Klaviatur des Formenkanons. Scharf pointierte Texte - ausschließlich aus eigener Feder -, Spielfreudigkeit, Situationskomik und eine ausgeprägte Musikalität gehören zu den Markenzeichen des Quartetts aus der Kabaretthochburg Leipzig.

Steinböck & Rudle, zwei österreichische Kabarettisten. Den beiden gelernten Schauspielern Herbert Steinböck und Gerold Rudle gelang vor sechs Jahren mit ihrem ersten Kabarettprogramm "Butterkipferl" das professionellste Debut der österreichischen Kabarett-Geschichte und ein Überraschungserfolg. Mit darstellerischer Brillanz, formal scheinbar grenzenloser Fantasie und dem Anspruch, konsequent außergewöhnlich zu sein, kombinieren sie skurrile Alltagssatiren, niveauvollen Nonsens, hintergründige Poesie u.v.m. zu einzigartig abwechslungsreichen Programmen.


Carl-Friedrich Krüger
Vorsitzender der Jury