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Nachruf zum Tod von Renate Fritz-Schillo




Renate Fritz-Schillo
5. April 1938 in Osnabrück
9. September 2003 in Mainz

Die Seele des unterhauses, das ist wohl wahr, wenn man sich daran erinnert, wie sie nach der Vorstellung die empfindliche Psyche von Künstlern wieder ins Lot brachte, denen der erhoffte Erfolg einmal versagt geblieben war, wie sie die Wogen täglicher Aufgeregtheit so mancher Mitarbeiter zu glätten wußte, wie sie die Unbefindlichkeiten des einen oder anderen Zuschauers sich geduldig anhörte und abstellte. Aber das war nur eine Seite, die andere: Der Kopf des unterhauses, einer von dreien, der Workoholic, nächtens mit der Abendkasse unterm Arm, in Gedanken schon wieder am Schreibtisch im Büro oder bei den Proben für ihre nächste Inszenierung, der aber dann doch noch bis in die Morgenstunden an der Bar sitzen blieb, gerade auf der Bühne Gesehenes zu analysieren und zu diskutieren, unbestechlich im Urteil, geduldig in Argumentation, immer überzeugt von ihrer Passion, dem Theater. Wer ganz viel Glück hatte, konnte dann in solchen Momenten auch einmal einen Zipfel ihrer Träume berühren.
Einige davon hat sie sich verwirklichen können. (...) Ein hauseigenes Kinder- und Jugendtheater. Daneben immer wieder die Alpträume: Wie geht es weiter, wie finanzieren wir die nächste Saison? Durchhalten, sich nicht aufgeben - sich aber auch nicht verkaufen: Hopp oder topp, für halbe Sachen bin ich nicht zu haben." (...)
An der Bar ist ein Platz leer; es fehlt ein Ohr, das zuhört, ein Arm, der in den Arm nimmt. Und der Humor der Renate Fritz-Schillo, der jede noch so verfahrene Situation mit einer überraschenden Volte zur Verblüffung aller überwinden konnte. Es fehlen ihr Ernst und ihr Lachen.
Dr. Gerd Klee (Wiesbadener Kurier)

"Meine Seele wird von Zeit zu Zeit an Eure Herzen pochen und wenn Ihr sie hereinlaßt, wird sie verweilen, solange Ihr es wünscht.
Ach ja, und laßt mich gelegentlich einen Schluck mittrinken, wenn Ihr schon dabei seid."

Mokt wi, liebe Renate,
Du wirst immer bei uns sein.